Armes Deutschland.
Gesehen im Fernsehen. Der Hundebesitzer wird nun neuerdings auch mit Mineralwasser aus dem Hause Fressnapf beglückt. Der Mann, der Fressnapf gegründet hat, war mir eigentlich sehr sympatisch. Geschäftsmann ist er auf jeden Fall.
Aus internen Kreisen sickerten nun die neuesten Pläne in den Sumpf der Kleingeister. Ein neues Futter wurde erschaffen. Einst wurde es kreiert, um die hässlichen Landschaftspickel zu verschönern und ein besseres Erkennen der vermeintlichen Wegumleitung zu gewährleiten. Dazu wurde das Nahrungsmittel mit diversen, natürlich unschädlichen, Farbstoffen angereichert und ein Enzym hinzugefügt, welches die Konsistenz der körperlichen Hinterlassenschaft ändert. Schnell wurde erkannt, es kann mehr daraus werden. Neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich an. Das Ausscheidungselement könnte publikumswirksam platziert und präsentiert werden…………
Das geht natürlich nicht allein und namhafte Hundeschulen wurden hinzugezogen. Der erste Wettbewerb für kreative Hundehaufengestaltung wurde ausgerufen. Er wird demnächst öffentlich ausgerufen. Fressnapf hat die Anzeigen in den Tagesblättern schon in Auftrag gegeben. Das neue Futter kommt demnächst in den Handel. Auf den Dosen wird wird ein Teilnahmeschein für den Wettbewerb und ein Gutschein zum speziellen Training sein.
Das Futter wird folgende Möglichkeiten bieten:
Die Farbe ist in vier Grundfarben lieferbar und ermöglicht das farbliche stylen der Exkrementskulptur.
Der Geruch kann über bestimmte Komponenten gezielt gesteuert werden.
Die Oberfläche nach dem Trocknungsvorgang kann durch Quellkörper gesteuert werden.
Die Aushärtungzeit kann vorher festgelegt werden. Das ermöglicht das Modelieren während des Ausscheidungsvorgangs, aber auch das nachträgliche Modellieren.
Die Meisterschaft teilt sich in einen Pflichtteil und einen kreativen Teil. Im Pflichtteil sind diverse geometrische Formen zu legen. Der Hundehalter muss dabei einen Abstand von 5 Metern einhalten und darf nur 2 Befehle erteilen. Benutzt wird wird die Futtersorte “Frühling”, welche ein sattes Grün, eine mittlere Konsistenz, Fliederduft und eine mässig aufgerauhte Oberfläche bietet. Im kreativen Teil darf der Tierhalter, ohne zuhilfenahme der Leine, mehrere Befehle erteilen. Das Hundetier darf nicht berührt werden. Ein Abstand ist nicht vorgegeben. Die Futtersorte ist freigestellt, muss aber von Fressnapf kommen. Bewertet wird die Farbgestaltung in Verbindung mit dem Duft, Höhe und Breite, geometrische Form und eventuelle freitragende, vorstehende Elemente, welche mindestens 28 Minuten an ihrer Stelle bleiben müssen. Eine Gewicht wird nicht geprüft.
Als Sonderteil der Veranstaltung ist der Freestyle-Haufen-Wettbewerb geplant. Hier ist das Anfassen des Akteurs bei der Legung des Kunstwerkes gestattet. Genauso, wie das nachrägliche Modellieren zu Figürchen oder Häuschen. Bewertet wird die Originellität.
Viele sind natürlich nicht auf solch eine Herausforderung vorbereitet. Dazu bieten die Hundeschulen Kurse an. Der Hund lernt dort, sein Ausscheidungsorgan in seiner Bewegung zu koordinieren. Er wird lernen, bei welcher Bewegung welches Türmchen entsteht. Der Schliessmuskel wird speziell trainiert, um auch feine und dünne Elemente zu erzeugen. Das gezielte LEGEN, auch als Gerade gehört zur Grundübung. Und letztlich darf der Akteur den gerade gesetzten Kunstgegenstand nicht anschliessend mit dem Beschnuppern zerstören. In der Anfangsphase wird Herrchen/Frauchen das ganze mehrmals vormachen. Dazu gibt es ähnliche, aber spezielle Nahrung. Und so hat auch der Halter etwas davon.
Wem das alles garnicht zusagt kann mit einer speziellen Hobbymischung dem Nachbarn vorführen, was er auch ohne Kursus kann. Da das ja schon ohnehin täglich geschieht und leicht übersehen wird, ist an jeder Dose ein verlängerbares Fähnchen installiert. Nach dem Installieren des frischen Haufens, kann damit dann auch der Ignorant auf dieses Kunstwerk aufmerksam gemacht werden.
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Eine Wahnvorstellung? Wer weiss? Vielleicht, in ein paar Jahren, ein Situationsbericht aus dem Land der Bekloppten. Aus dem Land, in dem Autos und Hunde mehr wert sind, als Kinder.
Armes Deutschand