Berlin feiert einen fiskalischen Erfolg. 2008 soll es keine neuen Schulden geben. Kluge Rechner haben die Sache geprüft und festgestellt, das die Kosten nur auf später verschoben werden. An allem wurde gespart. An Reparaturen von Gebäuden, Strassen, Gehwegen und sonstigen Einrichtungen. Zusätzlich noch am Personal. In allen möglichen Bereichen. Das rächt sich irgendwann natürlich und wird sogar zu höheren Kosten führen. Natürlich wird der jetzige Bürgermeister dann nicht mehr im Amt sein. Seine Weste aber wird er rein gewaschen haben und sich damit eine Tür in einen anderen Bereich geöffnet haben.
Andersrum ist es aber auch nicht leicht. Sparen soll man. Aber nicht an relevanten Punkten. Nur, was ist relevant? Radikalismus wäre angesagt. Wozu einen Zoo finanzieren, deren Besuch sich eh keiner mehr leisten kann? Wozu Schwimmbäder, bei deren Besuch man einen Kredit aufnehmen muss? Wozu Straßenfeste, bei denen sich hinterher nur die Müllabfuhr freut, weil die Stadt die Entsorgung zahlt? Wozu Kunstgalerien, in denen eh nur das Geschmiere 3-jähriger Kinder ausgestellt wird? Wozu der Unterhalt von großen Stadien? Fußball spielen kann man auch auf dem Acker bei Bauer Heinrich im Umland. Wozu Konzerte subventionieren, für deren Besuch der Kleinbürger ein 2-Wochen-Gehalt hinlegen muss? Es gibt Radios und CDs. Wozu abends eine Straßenbeleuchtung anschalten? Abends bleibt man besser daheim und überlässt das Schlachtfeld den Kriminellen und Hundehaltern. Wozu in der Nacht Ampeln betreiben? Rechts vor Links reicht da völlig aus.
Alles nur Scherz, was sonst, oder könnte das ernst sein? Auf jeden Fall rechnete man aus, die Einsparungen an der Jugendbetreuung kosten dem Staat viel Geld. 93,05 Euro pro Tag und Nase. Soviel nämlich kostet ein Tag im Knast.