Die Entrüstung ist groß. Die Kinder ärgern sich. Den Test zu wiederholen erscheint ihnen ungerecht. Natürlich, es sind Kinder, auch wenn sie 16 sind. Deshalb gibt es einen kleinen Aufstand. Alles völlig normal. Unnormal und höchst bedenklich hingegen ist das Verhalten der Erwachsenen. Einige möchten dagegen klagen. Und nun, als kindlichen Höhepunkt, schaltet sich noch der Landeselternausschuss ein und prüft eine Musterklage. Aber um was geht es eigentlich? Die Abschlussarbeit ist eine Leistungskontrolle die überprüfen soll, ob der Proband den Stoff auch verstanden hat und berechtigt ist sich als Schüler mit Abschluss zu definieren. Offensichtlich wollen die klagenden Eltern nur verblödete Kinder. Hauptsache geschafft, egal wie, notfalls auch gekauft. Und natürlich haben sämtliche Schüler den Test ohne zu mogeln absolviert. Wer es verstanden hat kann den Test noch 10 mal schreiben, ohne sich davor fürchten zu müssen. Wer ihn vergeigt hat, wird betteln, den Test nochmal schreiben zu dürfen. Die Annahme, der Rest des Lebens wird sorgenfrei und ohne Hürden zu meistern sein, ist irrig.
Am meisten aber ärgert mich, welch Energie für solch unwichtige Dinge aufgebracht wird. Geht es um Grundlegendes, bleiben die Eltern lieber auf dem Sofa sitzen. Kein Mensch geht wegen Hundedreck auf die Strasse. Oder gegen korrupte Politiker, Kriminelle Banden, Preiserhöhung bei Schwimmbädern oder verseuchte Spielplätze. Das eigene Kind aber mit Pseudokönnen chancenlos in die Arbeitswelt zu entlassen, das ist schon eine Klage wert. Ein trauriges Schauspiel.